In eigener Sache oder aus dem Leben eines Taugenichts
Liebe Penner... ich meine Leser, hört euch das an: Beinahe wäre ich letzte Woche in den Himmel oder noch schlimmer in den Rollstuhl gekommen. Denn ich fuhr mit menem neuen Automobile mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit welche ich auf dem Tachometer eingestellt habe auf der Autobahn und überholte einen LKW.
Aber zuerst muss ich noch etwas ausholen. Ich habe nämlich ein neues Auto, mein schöner Honda Legend ist im Arsch. Besser gesagt ich habe ihn für 500 Fr. an einen Exporthändler verkauft. Das ist nur 100 Franken weniger als ich ihn vor 3 Jahren gekauft habe. Er musste ihn hergeben weil er sich ab 140km/h schwer in der Spur halten lässt, der Bremszylinder ist seit Ewigkeiten kaputt ist, die Handbremse sowieso noch nie benutzt werden kann und das rechte Rücklicht nur eine Attrappe ist. (oh mann, was für eine Grammatik, keine lust jetzt das alles zu korrigieren)
Der Fahrzeugausweis ist kopiert und existiert so im Original nicht. Er verbaucht Benzin das es mir selber die Schamesröte ins Gesicht treibt und verliert irgendwo unten mehr Öl als ich oben einfülle. Trotzdem es ist/war mein Lieblingsauto und es spricht manchmal mit mir. Jetzt noch...
Die alte Karre stank wie ein Keller, weil das Regenwasser das ständig reintropft nicht richtig verdunsten kann. Das Leder ist abgenutzt und voller Zigarettenbrandlöcher, der Teppich am Boden ist versteinert vor Dreck, der Abfall türmt sich Meter hoch auf allen mitfahrsitzen und am Boden wie in Neapel. Der Kofferraum ist eine Brutstätte für neue Krankheiten. Die Carosserie rostet so stark durch, dass es gar nichts mehr bringt abzuschliessen.
Das Auto befand sich seit drei Generationen in meiner Familie. Mein Grossvater hat damit in den 40er Jahren Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg zum Attentat auf Hitler hingefahren und ein Jahr später sogar den zweiten Weltkrieg gewonnen indem er die Allierten hinter die deutschen Grenzen gefahren hat. Mein Vater hat massgeblich zur Ölkrise in den Siebzigerjahren beigetragen weil die Karre dermassen säuft.
Schade, mein alter Honda muss in den Autohimmel besser gesagt irgendwo in ein drittwelt Land exportiert werden:
Legendär: Honda Legend 1987er. (Bild: Adnoh)
So und nun zurück zur Geschichte:
Allmählich vernahm ich ein leises Gattern oder Schnattern aus dem Auto aussenraum dicht gefolgt von einem Ohrenzerberstenden Knall, weiteres Geschnatter und dann ein Kratzen von Metall auf Beton. Das Autoheck schwenkte geil nach rechts aus. Dann wieder nach links. Plötzlich wieder andersrum. Nur durch geschicktes drehen des Lenkrades (wie ich es in den Killerspielen GTA(!) gelernt habe) konnte ich eine Katastrophe verhindern, denn mein rechtes hinteres Pneugummirad trennte sich von der Felge. Sie haben sich halt auseinander gelebt.
Ich verlor an Geschwindigkeit und die Tachonadel sank wütend nach unten und zeigte mir eine Zahl an, bei der mir schwindlig wurde. Ich drückte das Geschwindigkeitspedal mit dem rechten Fuss nach unten, und schleuderte schwenkend am LKW vorbei und fuhr im vor die Nase, so dass ich auf den Pannenstreifen gehen konnte. Dort angekommen, fand ich heraus, dass der Pannenstreifen eine Nummer zu klein ist und ich nicht austeigen konnte, da die besoffenen LKW Fahrer dutzendweise an meinem Auto mit cira 2.3cm Abstand vorbeidonnerten. Also stog ich über die Sessel und ging aus der Hintertüre in ein anderes Land hinein. In das Autobahnland. Dort kommt man nur rein, wenn man eine leuchtende Weste anhant, die ich dann auch anhatte und so auch reinkam.
Schade, konnte ich den Reifen, bzw. die Felge nicht selber wechseln, da wie schon gesagt der Pannenstreifen eher klein war. Also ruf ich die Hotline meiner Versicherung an die mir dann den TCS vorebischickte. Der TCS Mann sagte mir, ich solle das Autog ein bisschen schräg auf den Pannenstreifen fahren, damit man wenigstens ein bisschen Abstand zwischen Mauer und des zu wechselnden Rundumel hatte. Nachdem ich das getan hatte, gab mir der TCS-Mannsgöggel eine Art Laserschwert in die Hand mit dem ich ankommende Autos und LKWs in Stücke schneiden durfte. Zirka 120 zerschnittene Autos und LKWs und einem Leichenhaufen der bis an den Himmel ragte und 20 Schachteln Zigaretten später, konnte ich weiterfahren, denn der gute TCS-Ritter hat den Reifen gewechselt und mir sogar noch ein Hopp Schwiiez Autofähnli geschenkt welches ich gleich in die Reuss warf.
Dann fuhr ich mit 80km/h nach hause, weil der Ersatztreifen nicht schneller drehen durfte und holte mir gepflegt einen Film aus dem DVD Regal runter und am Ende war alles, alles gut:



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